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Der Tidan

Der Tidan ist ein ca. 170km langer Fluss, der im südschwedischen Hochland entspringt, und bei Mariestad in den Vänern mündet. Sein Weg führ durch dichte Nadelwälder, Laubwiesenwälder und auch durch große Wiesengebiete. Auf dem Weg zum Vänern müssen einige Wehre passiert und umtragen werden.

Auf der gesamten befahrbaren Länge gibt es immer wieder sehr schöne vorbereitete Rastplätze. Diese sind immer mit einer Feuerstelle und manchmal auch mit Sitzbänken und einer Trockentoilette.

Der See Straken

Südlich unseres Startpunktes befindet sich der See Straken. Dieser 30km lange See bietet sich besonders für Kanuanfänger an, da er sehr leicht zu befahren ist. Auch hier gibt es einige Rastplätze mit der gleichen Ausstattung wie am Fluß.

Das Kanucenter Kyrkevarn

An unserem Startpunkt dieser 7 Tage Kanutour, dem Kanucenter Kyrkevarn, gibt es neben dem Kanuverleih auch einen Campingplatz sowie Hütten zur Miete. Das Kanucenter bietet für seine Gäste auch die Abholung des Kanus am Zielort an. Dieser ist absolut frei wählbar. Wir können also soweit wir wollen fahren.

Mehr Infos zum Kanucenter findet ihr hier: Kyrkevarn

Tag 1 der 7 Tage Kanutour

Am ersten Tag starten wir mit einer Ausfahrt auf den See Straken. Nicht etwa weil wir Anfänger wären, sondern vielmehr weil wir die Schwedischen Seen lieben. An diesem ersten Tag ist es wirklich sehr warm, und die Sonne scheint den ganzen Tag. Glücklicherweise gibt es hier am See viele Möglichkeiten zu schwimmen.

Lediglich die ersten 800m vom Kanucenter sind auf Grund des sehr geringen Wasserstandes schwierig, und wir müssen bis wir den See erreichen, tatsächlich auch treideln. Vorsicht, gelegentlich ist es hier sehr schlammig.

Im eigentlichen See angekommen ist es aber kein Problem, und das Wasser ist hier dann auch fast glasklar. Wir paddeln bei brütender Hitze und gelegentlichen Pausen immer in Richtung Süden, auf der Suche nach einem hübschen Rastplatz, den wir nach 12,3 km erreichen

Straken 1
Der See Straken bei bestem Wetter
Rastplatz 2
Sieht nicht nach einem offiziellen Platz aus
Rastplatz 1
Ein Rastplatz?
Campingwiese
Hier sieht es besser aus
Straken 2
Blau dominiert heute
Campingwiese 2
Ziel erreicht
Tidan Tag 2d
Zeltabbau

Tag 2

Nach einer erholsamen Nacht wollen wir heute wieder in Richtung Kyrkevarn fahren, um danach endlich auf den Fluß Tidan zu wechseln. Um etwas neues zu sehen fahren wir am gegenüberliegenden Ufer entlang. Auch heute ist wieder verdammt warm, und wir müssen die einen oder andere Badepause einlegen.

Zeltabbau
Zeltabbau
Kanu wird beladen
Das Kanu wird beladen
Engstelle
Hier mussten wir aussteigen
Badepause
Badepause

Zurück am Kanucenter müssen wir eine kurze Umtragung von ca. 50 metern bewältigen. Aber soetwas ist kein Problem, und nach kurzer Zeit liegt unser Boot abfahrbereit am Ufer des Tidan. Die Betreiber haben uns nochmal darauf hingewiesen, das der Fluss zur Zeit sehr schwierig zu befahren ist, da er jetzt im Sommer sehr wenig Wasser führt.

Uns schreckt das aber nicht ab, und erwartungsvoll starten wir die Flußtour. Auf diesem Abschnitt führt der Fluß noch genug Wasser, und ist die meiste Zeit recht schmal aber tief. Gelegentlich müssen wir einen Baum „übertragen“ und andere Hindernisse umschiffen. Von Zeit zu Zeit verbreitert sich der Fluß auch mal zu einem See.

Nach insgesamt knapp 14 km haben und einer weiteren Umtragestelle an einem Wehr erreichen wir dann unseren heutigen Rastplatz. Um ihn zu erreichen müssen wir unser Boot und Ausrüstung einen steilen Schotterweg bewältigen. Aber da sich direkt vor uns wieder ein Wehr befindet, müssten wir eh umtragen.

7 Tage Kanutour
Der Tidan
Tidan Tag 2d
und mit Inseln
Ruhig und tief
Rastplatz Tag 2
Unser Lagerplatz am Tag 2
Tidan Tag 2c
Aber auch mal breit
Rastplatz Tag 2b
Alles fertig für die Nacht

Tag 3

Wieder war es eine extrem ruhige und angenehme Nacht. Nach dem Frühstück umtragen wir das Wehr undfolgen dem Lauf des Tidan. Obwohl heute erst der dritte Tag unsere 7 Tage Kanutour ist, machen wir bereits nach knapp 8 km für heute Schluss, da es anfängt zu regnen.

Der Regen alleine hätte uns nicht aufgehalten, allerdings haben wir an einem verbreitertem Stück des Tidan einen wunderschönen Rastplatz gefunden, und so legen wir hier quasi einen Ruhetag ein.

So bleibt auch genug Zeit Feuerholz zu suchen und etwas leckeres zu kochen.

Immer noch ruhig
Tidan Tag 3b
Keine Möglichkeit ans Ufer zu gelangen
Tidan Tag 3c
Blick auf den See
Tidan Tag 3d
Unser Rastplatz Tag 3

Tag 4

Auch heute gibt es natürlich nur wieder eine Richtung: Flußabwärts. Wir starten in dem Seeähnlichen Teil und suchen nach der Ausfahrt, die sich am nördlichem Ende befindet. Ab hier geht es nun wieder den Fluß entlang.

Nach bereits 1,7 km erreichen wir auch schon das erste Wehr für heute das wir umtragen müssen. Der Weg ist ca. 300m lang und sehr einfach, dank des Bootswagens.

Nach weiteren 3 km folgt auch schon die nächste Umtragestelle, da in diesem Abschnitt das Wasser sehr flach ist und mit vielen Rauschen nicht befahrbar ist. Dieses mal ist es aber schon etwas weiter. Die zu bewältigen Strecke ist hier ca. 1,5km lang.

Tidan Umtrage Tag4
Feste Schotterwege sind kein Problem

Aber auch das soll es noch nicht gewesen sein. Zunächst erreichen wir eine recht flache und schnelle Passage in der wir fast gekenter und vollgelaufen wären. Dank meines beherzten Sprungs in das gerade einmal knietiefe Wasser, konnte ich das Boot stabilisieren, und sicher über die Passage führen.

Die letzte Umtragestelle für heute erreichen wir nach insgesamt 12 km. Kurz vor dem Ort Madäng müssen wir unser Kanu wieder aus dem Wasser ziehen, da wieder ein Wehr und unpassierbare Abschnitte folgen.

Diese Umtrage ist gute 2 km lang und führt uns direkt durch den kleinen und beschaulichen Ort Madäng. Am Ende dieser Umtrage befindet sich dann ein Rastplatz, den wir auch nutzen, da es nun schon seit einiger Zeit angefangen hat zu regnen. Außerdem sind 14,4 km Tagesleistung ok für uns.

Strömung und Felsen im Wasser
Fast trocken am Ufer angekommen
Kanutour Tidan Umtrage Tag 4b
Ab hier gehts zu Fuß weiter

Tag 5

So langsam nähert sich unsere 7 Tage Kanutour seinem Ende. Zuvor jedoch steht die nächste Etappe an, die uns heute in und durch das Städtchen Tidaholm führt. Über nacht hat der Regen etwas nachgelassen aber schon das Einsetzen des Bootes ist nicht einfach, da es an dieser Stelle sehr schlammig, auch im Wasser, ist.

Bereits nach ca. 1,9 km müssen wir wegen einem Wehr erneut umtragen. Länge ca. 1,8km. Der Einsetzpunkt war leider nicht ausgeschildert, und so mussten wir etwas suchen, um einen geeignetetn Platz zu finden.

Tidan Tag 5b
Die Böschung rauf
Tidan Tag5a
Und über die Wiese

Nach weiteren 2,6km erreichen wir dann Tidaholm und wir legen mitten in der Stadt vor dem ersten Wehr an. Unser beladenens Boot düfen wir auf dem Hof einer Autowerkstatt gegenüber abstellen.  Vielen Dank an die lieben Besitzer.

Jetzt wollen wir erstmal etwas einkaufen gehen. Es fehlen ein paar frische Lebensmittel, etwas Süßes muss her, und ich brauche Schuhe, da ich meine Treter an einem der vorherigen Rastplätze liegen gelassen habe, und immer nur in meinen Wasserschuhen rumlaufe. Und vielleicht gönnen wir uns noch etwas.

Umtragen in mitten der Stadt
Viel los ist heute nicht

Nachdem alles erledigt erledigt ist, müssen wir uns wieder auf den Weg mach, denn zu einer Übernachtung in der Stadt haben wir nicht wirklich Lust. Also tragen wir jetzt erstmal um.

Diese Umtrage ist mit über 3 km nicht nur einer der längsten auf dieser 7 Tage Kanutour, sondern auch die spannendste. Es geht mitten durch die Stadt inclusive überqueerung eines  Kreisverkehrs. Mit einem Kanu über 5m länge schon sehr spannend.

An einem schmalen Graben, der wieder in den Tidan führt können wir dann etwas außerhalb der Stadt wieder einsetzen und machen uns sogleich auf die Suche nach einem Rastplatz.

Nach insgesamt 15,5 km haben wir dann ein nettes Plätzchen auf einer Waldwiese umgeben von Birken gefunden. Sehr schön und mit allem Comfort. Feuerstelle, Sitzplatz, Trockentoilette und ein Trockengestell, hier ist alles vorhanden.

Rastplatz Tag5 a
Feuerholz vorbereiten
Rastplatz Tag5 b
Fels zum baden/waschen
Rastplatz Tag5 c
Alles da
Rastplatz Tag5 d
Idyllischer Platz

Tag 6

Tag 6 startet mit leichtem Niesel, aber unter der Plane kann man es gut aushalten. Und wie immer geht es nach dem Frühstück weiter. Heute dürfen wir immerhin über 4 km ungestört paddel, bevor wir an die erste Umtragestelle kommen. Hier geht es vor einem Wehr auf eine Kuhweide und danach 2km weiter auf der Straße.

Danach geht es ungestört weiter. Hier ist der Tidan recht breit und fließt durch weites Wiesenland. Allerdings ist der Tidan hier meist mit einem hohen Schilfgürtel versehen, und so erhaschen wir nur selten einen Blick auf die weitere Umgebung.

Nach 11,1 km entschließen wir uns direkt vor einer Ortschaft (Blikstorp) auf dem Dorfeigenen Rastplatz unser Tagesziel zu beschließen. Hier können wir sogar augestellte Pavillons nutzen. Allerdings sind diese wohl für eine zukünftige Feier vorgesehen gewesen, sodaß wir nicht glauben das die hier immer stehen.

Rastplatz Tag6 a
Dorfeigener Rastplatz
Rastplatz Tag6 b
Auch hier sind wir alleine
Rastplatz Tag6 c
Schutz unterm Pavillon

Tag 7

Der letzte und siebte Tag der 7 Tage Kanutour ist angebrochen. Und bevor wir weiter paddeln können müssen wir als erstes mal wieder umtragen. Glücklicherweise sind es nur 500m, also absolut easy, aber nach 5km kommt schon die nächste Umtrage. Auch diese ist mit ca. 200m nicht der Rede wert.

Nach insgesamt 8,5 km gelangen wir an ein weiteres Wehr. Hier ist leider keine Umtragung ausgeschildert, und so müssen wir uns die beste Möglichkeit suchen, was etwas Zeit gebraucht hat. Danach wollen wir uns unseren letzten Rastplatz suchen, der sich angeblich kurz nach dem Wehr befinden soll.

Tidan Tag 7a
Viel Schilf am Ufer
Irgendwo muss hier eine Umtragestelle sein

Trotz intensiver Suche und dem hin und her paddeln auf dem Tidan, können wir jedoch keinen Rastplatz finden, und so entschließen wir uns zu einem wilden Camping in einem kleinen, lichten Wäldchen. Wildes Camping ist ja in Schweden für eine Nacht glücklicherweise noch erlaubt.

Wir sind heute etwas schlecht gelaunt. Ob es daran liegt das dies der letzte Abend ist, oder ist doch das nun mittlerweile nasskalte Wetter daran Schuld? Jedenfalls  wollen wir etwas dagegen unternehmen und nach dem Aufbau des Lagers backen wir uns zum Abschluß der 7 Tage Kanutour noch einen leckeren Apfelkuchen mit Vanillesauce.

Tidan Tag 7a
Das letzte Lager
Tidan Tag 7b
im lichten Wäldchen
Apfelkuchen
Apfelkuchen in der Trangia Variante
Warten-auf-die-Abholung
Warten auf die Abholung

Am nächsten morgen packen wir alles zusammen, rufen das Kanucenter an, und warten an der Straße auf unsere Rückfahrt

Fazit / Bewertung der 7 Tage Kanutour

Dies war unsere erste mehrtägige Tour auf einem Fluß. Am Anfang sind die ständigen Umtragungen lästig, aber daran gewöhnt man sich. Spannend ist auch der Verlauf des Flusses, den wir vorher natürlich nicht kannten. Mal präsentiert sich der Fluß breit und flach dann wieder schmal und tief und zwischendurch auch mal strömend mit Rauschen.

Im Vergleich zum Paddeln auf den schwedischen Seen, ist diese Art des Wasserwanderns bedeuten anstrengender. Es sind ja nicht nur die Umtragungen, sondern wir mussten auch mehrfach unser Kanu über im Wasser liegende Bäume heben. Aber genau das ist auch das aufregende und abwechlungsreiche daran.

Allgemein gesagt kann ich diese Tour absolut empfehlen. Gerade für Anfänger perfekt geeignet, da wirkliches Wildwasser fehlt. Das Kanucenter Kyrkevarn ist absolut empfehlenswert. Nette Leute und auch an Ausrüstung gibt es hier alles für eine gelungene Kanutour.

Gerne könnt ihr euch auch den genauen Verlauf dieser 7 Tage Kanutour auf Kommot ansehen und downloaden. Gerne beantworte ich auch eure Fragen.

Video - You Tube

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