8 Tage Kanutour im Glaskogen Naturreservat – Tag 6

Übersicht Kanutour Glaskogen

Kanutour Glaskogen Tag 6

Donnerstag 30.06.2016
Da wir an den beiden letzten Tagen etwas faul und ziemlich gemütlich unterwegs waren, müssen wir heute mal etwas sportlicher und ausdauernder unser Ziel verfolgen. Wir wollen schließlich die Runde nicht einfach irgendwo abbrechen, obwohl wir uns diese Option noch offen halten.

Ein Anruf bei unserem Kanuverleih würde genügen, um uns, egal wo, abholen zu lassen. Aber das ist kaum mit unserem Ergeiz vereinbar.

So starten wir heute recht früh und haben nach knapp 3 km Fahrt auch schon das Ende des Stora Gla, und somit die erste Umtrage für heute erreicht. Diese Umtrage von knapp 1,5 km Länge, führt uns an den Rand des Dorfes Lenungshammar, mitten im Herzen des Reservates.

Hier gibt es das Besucherzentrum des Reservates, einen Campingplatz, eine Touristeninfo, einen Kanuverleih und Lebensmittelverkauf. Der Campingplatz liegt inmitten eines Waldes mit sehr schönen Plätzen. Hier findet ihr ein paar Infos dazu: Glaskogen Camping 

An der Rezeption gibt es auch ein super nettes kleines Cafe mit Sitzplätzen in einem Tipi, das wir bei ensetztenden Regen auch sofort aufsuchen. Hier lassen wir uns dann super leckere Waffeln mit Vanilleeis und Moltebeerenkonfitüre schmecken. Wenn ihr mal hier seid solltet ihr die unbedingt mal probieren.

Nach dieser Stärkung lassen wir unser Kanu dann in den Övre Gla gleiten. Die erste Umtrage für heute ist somit geschafft, doch noch lange nicht die letzte auf unserer Kanutour im Glaskogen.

Dieser See ist der zweitgrößte See hier im Naturreservat Glaskogen und ebenfalls wunderschön. Wir haben heute aber noch so einiges vor uns, und so machen wir uns auf, den See zu durchqueren.

Doch nach knapp 10 km Paddelstrecke werden wir durch heftigen Wind und Wellen die quer zum Boot kommen eingebremst, und wir suchen etwas Schutz in einer Bucht, und legen eine Pause ein.

Während dieser Pause kommen erste Zweifel auf, ob wir die komplette Runde überhaupt noch schaffen können. Aber noch haben wir ja fast zwei Tage Zeit für die restliche Strecke.

Während dieser Pause können wir auch gleich unsere Neuerwerbungen testen. Die gab es ebenfalls in dem kleinen Kiosk beim Campingplatz, und diese Moskitonetze erfüllen vollkommen unsere Erwartungen. Die Knots (Kriebelmücken) hatten keine Chance uns zu ärgern.

Moskitonetz

Nicht unbedingt das hübscheste Accessoire, aber absolut wirkungsvoll und das kribbeln hat endlich ein Ende.

Die Sicht ist auch so gut wie garnicht eingeschränkt.

Zickzack

Ich habe grundsätzlich kein Problem mit hohen Wellen, aber was ich überhaupt nicht mag, sind Wellen die quer zum Boot kommen. So ein Kanu ist nunmal nicht besonders hoch. Und da die Wellen mittlerweile fast über das Boot schlagen, paddeln wir im Zick Zack weiter, so das wir die Wellen frontal nehmen können.

Und so erreichen wir nach weiteren 4 km auch das ende des Övre Gla und die zweite Umtragestelle am heutigen Tag.

Noch herrscht gute Laune und wir sind frohen Mutes. Ruckzuck ist das Kanu aus dem Wasser und auf dem guten und festen Weg zum nächsten See.

Hier befindet sich ein Basislager des Unternehmens Scantrack, das Kanutrips nach Schweden anbietet. Glücklicherweise ist heute keine An- oder Abreise, und das Lager ziemlich verlassen.

So können wir die knapp 2 km kurze und recht einfache Umtrage in Angriff nehmen. Nach dem anstrengenden paddeln im Zickzack und Gegenwind eine durchaus angenehme Abwechslung.

Ziel dieser Umtrage ist der See „Gränsjön“ den wir nach knappen 30min im Licht der tiefstehenden Sonne erreichen.

Wie weit noch?

Ein Blick auf die Uhr führt erschreckendes zu Tage: Es ist bereits kurz vor acht Uhr abends. Glücklicherweise ist es hier in Schweden zu dieser Jahreszeit sehr lange hell, und da dieser See schön windgeschützt inmitten wunderschöner Wälder liegt, machen wir uns nach kurzer Pause wieder auf den Weg.

Noch weiter?

Obwohl wir wirklich gesucht haben, finden wir an diesem See keinen uns zusagenden Rastplatz. Wir sind allerdings auch auf dem direkten Weg zur nächsten Umtragestelle gepaddelt. Und da es auch noch ausreichend hell ist, beschließen wir tatsächlich auch noch diese Umtrage in Angriff zu nehmen.

Zu diesem Zeitpunkt wußten wir lediglich, das diese Umtrage mit 5 km die längste auf dieser Rundtour sein wird. Was wir nicht wirklich wußten, war das Geländeprofil dieser Strecke. Da hatten wir bei dem Kartenstudium nicht aufgepasst.

Und so entwickelte sich diese Umtrage zu einem Kampf Mensch gegen Natur.
Die Strecke führte zum Teil sehr steil Bergauf und auch Bergab. Die maximale Höhendifferenz betrug unglaubliche 90 Meter.

Zu den vielen Höhenmetern kam dann auch noch ein stetiger Nieselregen hinzu. So langsam sank nicht nur die Motivation und die Laune, sondern auch die Kräfte ließen langsam aber sicher doch nach, und so waren wir froh als wir gegen 23:15 endlich den nächsten See den „S.Örsjön“ erreichen.

Da es schon fast dunkel war suchten wir hastig einen halbwegs anständigen Lagerplatz, den wir dann auch nach nicht einmal 500 metern Fahrt fanden.

Jetzt nur schnell Zelt aufbauen, und hastig etwas kaltes essen. Zum Feuermachen hatten wir an diesem Abend einfach keine Lust mehr.

Fazit zum Tag 6 unserer Kanutour im Glaskogen

Die Gesamtstrecke an diesem Tag betrug 29,1 km. Grundsätzlich mit Kanu kein so großes Ding, wäre da nicht diese letzte 5 km lange Umtrage. Die Höhenmeter die hier überwunden werden müssen, sollte man nicht unterschätzen. Mit einem Kanu im Schlepp und auf Schotterpisten ist das schon wirklich eine Quälerei.

Aber wir sind selbst schuld, da wir in den vergangenen 2 Tagen einfach getrödelt haben. Jetzt erstmal schlafen und Kraft tanken für die letzten beiden Tage.

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